Konflikt in Sri Lanka PDF Drucken E-Mail

Nach einigen Jahres des Waffenstillstands ist jetzt ein neuer Krieg im Norden und Osten des Landes ausgebrochen.

Der 1983 begonnene Bürgerkrieg konnte – dank Vermittlung durch die norwegische Regierung – im Winter 2001/2002 durch einen Waffenstillstand vorläufig beendet werden. Desto bitterer ist das Wiederaufflammen des Konflikts mit allen Folgen für die Zivilbevölkerung.

 

 Minenwarnung

Der Konflikt ist vielschichtig und hat im Laufe der Zeit sekundäre Konfliktherde entstehen lassen. Hauptkonfliktherd ist der Kampf der tamilischen LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) gegen die Singhalesische Regierung. LTTE unterhält eine Armee von mehreren Tausend Soldaten – darunter vielen Kindersoldaten – und kämpft für einen unabhängigen Staat Tamil Eelam. Sie kontrolliert Teile des Nordens von Sri Lanka. Die Folgen: Geschätzte 50-65.000 Menschen haben ihr Leben verloren, und eine unbekannte Zahl -1998 wurden über 12.000 solch ungeklärte Fälle gezählt - ist „verschwunden“. Mindestens 800.000 Menschen wurden zu Binnenflüchtlingen/Vertriebenen, mindestens 250.000 haben das Land verlassen. Das Sündenregister der Menschenrechtverletzungen auf beiden Seiten ist lang. Ca 2% des Landes wurden vermint – ca 10 Menschen sterben aufgrund der Minen jeden Monat.

 

Der bewaffnete Konflikt in Sri Lanka bekam in Februar 2002 eine Atempause, als die Regierung von Sri Lanka und die tamilische Befreiungsorganisation LTTE einen Waffenstillstandsabkommen unterzeichneten. In April 2004 kam es zu einem Bruch innerhalb der LTTE als die sogenannte Karuna Gruppe sich abspaltete. Dadurch veränderte sich die Konfliktdynamik und die beiden Teile bekämpfen sich jetzt. Die LTTE hat nur noch eine stabile Basis im Norden, nicht mehr im Osten des Landes.

In den letzten zwei Jahren eskalierte die Gewalt ständig immer weiter. Obwohl der Waffenstillstand formell noch in Kraft ist, herrscht in Wirklichkeit in nördlichen und östlichen Regionen offener Krieg. Die Verschlechterung der Sicherheitssituation und die politische Verunsicherung hat einen immensen Anstieg von Menschenrechtsverletzungen wie Bedrohungen, Entführungen und Rekrutierungen von Kindersoldaten zur Folge und hat eine generelle Atmosphäre von Gesetz- und Straflosigkeit verursacht.

 In einem ausführlichen Bericht pdf 30 Jahre Konlikt in Sri Lanka dokumentiert Christine Schweitzer (Programm Director von Nonviolent Peaceforce) Geschichte, Hintergründe, Parteien des Konfliktes und die Akteure von "oben" (auf Regierungsebene) und "unten"(Grassrout - Organisationen), die sich um Friedensverhandlungen und Beendigung der Gewalt bemühen.

  Die Zivilbevölkerung vor allem im Nordosten des Landes leidet unter Menschenrechtsverletzungen, Terror und Gewalt. Sie kann den Friedensprozess kaum beeinflussen. Hier setzt die Arbeit der Friedensfachkräfte des Pilotprojektes ein und trägt durch Unterstützung der Zivilgesellschaft und Verminderung der Spannungen auf lokaler Ebene zur Verbesserung der Sicherheit im Land bei.

 
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