Einsatzgebiete der Teams in Sri Lanka PDF Drucken E-Mail

Zur Zeit arbeiten in Sri Lanka drei Teams in der Region Trincomalee und Batticalao im Osten der Insel, ein Team in Jaffna, im Norden und ein kleines Team sowie das Projektbüro in der Hauptstadt Colombo.

 

Batticaloa/Valachchenai

sl_batticaloa.thumbnail Batticaloa und Valachchenai liegen im Osten Sri Lankas, wo die Bevölkerung überwiegend tamilisch ist. In diesem Gebiet kam es immer zu Spannungen und Gewalt durch Zusammenstöße zwischen Muslimen und Tamilen, aber auch durch den Machtkampf zwischen den verschiedenen Fraktionen der Tamilen (LTTE und die sog. Karuna Fraktion). Einige Gebiete des Distrikts werden immer noch von LTTE kontrolliert. In 2007 fanden mehrere Kampfhandlungen zwischen der Armee von Sri Lanka, der Karuna-Fraktion und der LTTE in diesem Gebiet statt.

Ein Team arbeitet in Batticaloa, die Stadt ist das regionale Zentrum des gleichnamigen Distrikts. Die Stadt Batticaloa ist auch der Arbeitsort des Programm Managers von NP Sri Lanka.

Valachchenai ist eine kleine Stadt eine Stunde Fahrzeit entfernt von Batticaloa. Diese Region hat unter der Gewalt gelitten, die von den Spannungen zwischen Muslimen und Tamilen herrühren als auch von der Rekrutierung von Kindersoldaten durch LTTE.  Das Team in Valachchenai arbeitet mit muslimischen und tamilischen Gruppen an den Grenzen der ethnischen Trennungen, unterstützt die Flüchtlinge und die Familien, die von Kindesentführungen betroffen sind.

Weitere NP Deployments on Sri Lanka Map - selectionAktivitäten der Teams
von Batticaloa und Valachchenai
 

2005 nahmen die Attacken gegen Militärposten und Polizei zu. Die generell unsichere Situation durch Mordanschläge und die Machtkämpfe zwischen der LTTE und der Karuna-Fraktion verschärften die Lage zusätzlich. Dementsprechend verlangsamte sich auch die Hilfe für die Opfer der Tsunami-Katastrophe im Dezember 2004. Die Entführung von Kindern zum Zweck der Verwendung als Zwangssoldaten hatte zugenommen. Um dem entgegenzuwirken, hat das Team in Batticaloa vermehrt an Tempelfesten teilgenommen Diese Feste sind wichtige Ereignisse für die Gemeinden, bei denen oft Kinder zwangsrekrutiert werden. Die deutlich stärkere Präsenz im Jahr 2005 bedeutete auch mehr Hilfe für die Eltern und genauere Dokumentationen und Berichte über die Vorfälle. Gerade diese Berichte waren für besorgte Eltern sehr hilfreich, um gegen Zwangsrekrutierungen vorgehen und Kinder befreien zu können. Durch die Koordination von und mit anderen internationalen Organisationen konnten Gewaltausbrüche insgesamt vermindert werden. 2006 wurde die Arbeit dadurch erschwert, dass das Regierungsmilitär keine internationalen Organisationen in die LTTE-kontrollierten Gebiete mehr hineinließ. Hilfe für die Opfer von Entführungen und Zwangsrekrutierungen und deren Angehörige in LTTE Gebieten war dadurch unmöglich, aber auch in den von der Regierung kontrollierten Gebieten war es immer schwieriger, in derartigen Fällen zu helfen. Trotzdem konnte NP eine Initiative von 55 Familien unterstützen, Aufklärung über deren entführte Angehörige zu betreiben und die Verantwortung der Regierung offen darzulegen. Außerdem organisierten die Friedensfachkräfte zusammen mit NP Valaichchenai geschützte Unterkünfte für mehrere bedrohte Familien. Des Weiteren besuchten und unterstützten die Teams die ca. 63.000 Flüchtlinge in ihren Lagern.

Nach neuerlichen Unruhen 2007 ist die Zahl der Flüchtlinge auf 160.000 Menschen gestiegen. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung dieses Distriktes lebt statt in ihren Wohnungen nun in Flüchtlingslagern. Allein im März 2007 wurden hier mehr als 360 Menschen getötet.

 

Trincomalee/Mutur

sl_trincomalee.thumbnailTrincomalee und Mutur liegen direkt nördlich von Batticaloa. Das dritte Team dieser östlichen Küstenregion, in dem die Bevölkerung fast gleich verteilt muslimisch, sinhalesisch und tamilisch ist, arbeitet zur Zeit nur von Trincomalee aus in der gesamten Region. Früher gab es ein separates Team in Mutur im Süden der Trincomalee Bucht. Das Gebiet von Mutur hatte die höchste Anzahl von gewaltsamen Todesfällen seit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes im Dezember 2001. Die Spannungen haben ihren Hintergrund in den Konflikten der muslimischen und Tamilischen Gemeinden des Gebietes. Das Ziel der Arbeit ist der Schutz der Zivilbevölkerung und die Unterstützung der Führer in den Gemeinden, die für den Abbau der Spannungen arbeiten

Weitere Aktivitäten in Trincomalee/Mutur

Da die Berichterstattung in Sri Lanka selbst stark eingeschränkt war, führte das Team in Trinco / Mutur 2006 Politiker aus anderen Gebieten (insbesondere aus der Hauptstadt Colombo) durch die Region um diese über dieFolgen der gewalttätigen Auseinandersetzung für die Zivilbevölkerung zu informieren. Des Weiteren führte das NP-Team auf Anfrage mehrerer Menschenrechtsorganisationen einen Hilfskonvoy in die von Luftangriffen betroffene Stadt Sampoor.
Allein im März 2007 hatten die NP-Mitarbeiter in Trinco/Mutur mehr
als 30 Besuche von Familien, deren Kinder zwangsrekrutiert worden waren. Sie vermittelten Kontakte zur Karuna-Gruppe und entwickelten zusammen mit
den Familien Strategien zur Befreiung der Kinder und Jugendlichen. Dank der finanziellen Unterstützung durch UNICEF hat das Team in Trinco/Mutur die Möglichkeit, für bis zu 50 Kindern sichere Unterkünfte zu organisieren. Die Friedensfachkräfte konnten zusammen mit einer anderen Hilfsorganisation ein Friedenskomitee aufbauen, dessen Mitglieder an Menschenrechts- und Friedenstrainings teilnehmen.

Jaffna

sl_jaffna.thumbnailGanz im Norden Sri Lankas, auf einer Halbinsel, liegt Jaffna. Dort leben fast ausschließlich Tamilen, viele von ihnen Vertriebene aus den umliegenden Gebieten, die nach der Rückeroberung durch die Regierung 1996 in militärische Sperrgebiete verwandelt wurden. Spannungen entstehen hier unter anderem aus dem Verhältnis der Bevölkerung zu der Regierungsarmee, die als Besatzung erlebt wird, den Steuern, welche die LTTEauf Geschäfte und Waren auferlegt und Zwangsrekrutierungen.

2006 war es problematisch für das NP-Team, überhaupt in Jaffna zuarbeiten. Oft waren die Straßen gesperrt, es kam zu Schießereien und Bombenabwürfen in bewohnten Gebieten, bürokratische Hindernisse wurden aufgebaut. Ab August 2006 kam es vermehrt zu offenen Kämpfen, die Stadt war von der Außenwelt abgeschnitten und Lebensmittelknappheit war an der Tagesordnung. Nach der Ermordung einer ganzen Familie flohen hunderte Menschen in eine nahegelegene Kirche. Mehr als eine Woche lang war das NPJaffna-Team dort sichtbar präsent und konnte so sowohl die Sicherheit erhöhen, als auch Begleitung zu sichereren Unterkünften gewährleisten. Auch 2007 begleiten die Friedensfachkräfte die weiterhin stark gefährdeten Menschenrechtsbeobachter, damit diese ihre Arbeit möglichst ungehindert durchführen können. Dazu gehören auch Untersuchungen zur Lage in Flüchtlingslagern, Gemeinden und Gefängnissen. Begleitend arbeitet das Team in Jaffna mit lokalen Partnern an einer Menschenrechtskampagne.

Colombo

sl_colombo.thumbnailColombo ist der Sitz des Projektbüros, dass auch für die Verwaltung des gesamten Sri Lanka-Projektes verantwortlich ist.2006 gab es einige Probleme, Arbeitszulassungen für die Mitarbeiter zu bekommen. Um den Zugang zu den LTTE-kontrollierten Gebietenwird nach wie vor verhandelt. Gerade dies liegt Nonviolent Peaceforce besonders am Herzen, da dies für eine unparteiliche Hilfe eigentlichunerlässlich ist.
Seit 2007 gibt es in Colombo zusätzlich zur Verwaltung des NP-Projektes
noch zwei Friedensfachkräfte, die sich hauptsächlich um die stark zunehmende Zahl von Vermissten kümmern und z.B. deren Angehörige zu Behördengängen begleiten. Daneben wird viel Öffentlichkeitsarbeit geleistet, um auf die Situation in den Konfliktgebieten hinzuweisen, über die in Sri Lanka nur sehr unzureichend berichtet wird. Weitere Arbeitsfelder waren Fundraising in Sri Lanka und die Beteiligung an der Vernetzung von Friedensorganisationen im südasiatischen Raum.

 
< zurück   weiter >

© BSV 2006 | powered by Joomla